Vor 44 Jahren: Putsch und Intervention auf Zypern

Am 15. Juli 1974 verübte die griechischzyprische Terror-Organisation EOKA-B unter General Grivas einen Putsch gegen den inselgriechischen Präsidenten Makarios III. Dieser machte die Athener Militärjunta für den Putsch verantwortlich. Er entkam den Wirrnissen und floh via Malta nach London. Von dort aus erklärte er den Putsch für widerrechtlich und forderte die Absetzung des Putschistenpräsidenten Sampson. Dieser hatte die Weisung in kurzer Zeit die Union zwischen Griechenland und Zypern zu vollziehen (ENOSIS). Für die türkischen Zyprer war dies nicht tragbar. Kurze Zeit später kam es zu erbitterten Kämpfen zwischen Makarios-Anhängern und -Gegnern. Bald schon wurden auch die Zyperntürken in die Wirrnisse verwickelt. Es kam zu Anschlägen, Internierungen und Angriffen auf türkischzyprische Dörfer. Nach Konsultationen mit der Regierung in London, entschied der türkische Premierminister Ecevit auf Basis des Garantievertrags von 1959/60, dass türkische Truppen zum Schutz der türkischzyprischen Zivilbevölkerung intervenieren sollten. Die VN-Friedenstruppe war nicht in der Lage, die Angriffe zu unterbinden. Daher landete am 20. Juli 1974 die türkische Armee auf Zypern und kam den Zyperntürken zur Hilfe. In der Folge dieser Militäroperation kam es zur geographischen Zweiteilung der Insel (administrativ war sie im Grunde seit 1964 geteilt). Bis heute konnte diese Teilung nicht überwunden werden. Noch immer hat Ankara zahlreiche Soldaten auf Zypern stationiert um den Schutz der türkischzyprischen Bevölkerung zu gewährleisten. In den Sommertagen Mitte Juli gedenken die Menschen auf Nordzypern der beiden Ereignisse: Putsch und Intervention.

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Handelskammerpräsident spricht über „Green Line Regulation“

Die so genannte „Green Line Regulation“ wurde nach der Grenzöffnung 2003 erarbeitet und soll den türkischen Zyprern im Norden die Möglichkeit bieten, Handel mit dem Ausland zu betreiben. Dabei werden im Norden hergestellte Produkte in den Süden verbracht und dort legal weiterverkauft. Allerdings, so der Präsident der türkischzyprischen Handelskammer im staatlichen Rundfunk BRT, habe sich hier in den vergangenen Jahren kaum Fortschritt ergeben. Die griechische Seite versuche die Konkurrenz aus dem Norden weiterhin zu vermeiden. Man habe 2017 Waren im Wert von rund 4,7 Millionen Euro verkauft, so Turgay Deniz in der Presse. Dies sei eine leichte Steigerung, aber weit entfernt von dem Möglichen. Der Süden, so beklagt Deniz, versuche seine Bevölkerung vom Konsum im Norden abzuhalten. Letztes Beispiel seien hierbei die Tankkontrollen an der Binnengrenze. (Wie berichtet)

Kritik an neuer Embargo-Praxis

Nach Medienberichten im Norden Zyperns soll es Inselgriechen fortan untersagt sein, im Norden Zyperns zu tanken. Offiziell sei die Begründung, dass der Treibstoff dort nicht dieselbe Qualität habe, wie im Süden. Tatsache ist, dass diese Regelung eine weitere Vertiefung des Wirtschaftsembargos gegen Nordzypern darstellt. Nordzypern reagierte empört. Außenminister Özersay (HP) sagte, es sei Ziel, die wirtschaftlichen Verbindungen zu stärken. Das Vorgehen deute aber erneut daraufhin, dass der Norden Zyperns isoliert werden solle. Auch der Sprecher von Präsident Akinci, Burcu, sagte, die türkische Seite arbeite seit langem daraufhin das Vertrauen zu verstärken. Die Maßnahme, den Inselgriechen das Tanken im Norden zu untersagen, wirke dem entgegen.

Kommunalwahlen auf Nordzypern

Am gestrigen Sonntag fanden im Norden Zyperns Kommunalwahlen statt. In den Gemeinden und Städten wurden die Lokalparlamente (Stadt- und Gemeinderäte) sowie die Bürgermeister neu gewählt. Dabei konnte die sozialdemokratische CTP 10 Bürgermeistersitze erringen, die konservative UBP kam auf 7. 9 Bürgermeister gehören keiner Partei an. Die eher links orientierte TDP errang nur einen Bürgermeistersitz: Mehmet Harmanci wurde im Amt des Bürgermeisters von Lefkosa wieder gewählt. Im Stadtrat der Hauptstadt kommt die UBP auf 9 Sitze, die TDP auf 8, die CTP auf 3 Sitze, DP und HP errangen jeweils 2 Sitze. In Güzelyurt wurde der Bürgermeister bereits zum sechsten Mal im Amt bestätigt. Auch in den anderen größeren Städten Gazimagusa, Girne und Iskele gewann die UBP jeweils die meisten Sitze.