Gedenken zum 45. Jahrestag der Intervention

Der Gedenktag zur türkischen Militärintervention auf Zypern jährt sich heuer zum 45. Mal. Und er steht unter dem Zeichen erneuter Spannungen. Nachdem TRNC-Staatschef Akinci eine Einladung an Südzypern ausgesprochen hat, die Spannungen in Bezug auf die Probebohrungen (vor Zypern wird Erdgas und -öl vermutet), im Rahmen einer Arbeitsgruppe zu lösen, hat die griechische Seite das zurückgewiesen. Die Regierung Südzyperns sieht die Bohrungen der türkischen Seite als illegalen, aggressiven Akt und hat die EU darum gebeten, Hilfe zu leisten. Diese stand dem Partner Südzyper nun bei und Sanktionen gegen Ankara beschlossen. Die „Süddeutsche Zeitung“ kommentierte vergangene Woche aber folgerichtig, dass nicht vergessen werden sollte, dass auf die Zyperntürken ein Anrecht auf die Vorkommen hätten. Schon vor Jahren hatte die inseltürkische Seite vorgeschlagen, die Erdgasvorräte gemeinsam auszubeuten oder aber deren Ausbeutung auf eine Zeit nach einer Lösung zu verschieben. Die Regierung Südzyperns billigt der türkischen Seite hier keinerlei Ansprüche zu. Sie betrachtet seit der Militärintervention vom 20. Juli 1974 den Norden als „besetztes Gebiet“ ihres Inselstaates. Dass dieser aber bereits 1963/64 durch die Regierung Makarios de facto abgeschafft wurde, dass die VN-Friedenstruppe bereits seit 1964 einen brüchigen Frieden zu sichern hatte und dass die administrative Zweiteilung nicht ausgelöst wurde, weil Ankara 1974 militärisch intervenierte, spielt in der internationalen Betrachtung leider kaum eine Rolle. „Das Zypernproblem wird viel zu häufig auf die einfache Formel: ‚Ankara besetzt Nordzypern illegal‘ reduziert. Die Genese des Konflikts in der Dekade zuvor wird ausgeblendet, der Garantievertrag negiert und eine Verantwortung der zyperngriechischen Seite am Scheitern der Republik Zypern geleugnet“, sagt TRNC-Repräsentant Uli Piller im Rahmen der Erinnerungen an den Sommer 1974. Weiter sagt der Vertreter Nordzyperns in München: „Der Status als gleichberechtigtes Staatsvolk wurde den Zyperntürken in Verträgen und einer Verfassung zugebilligt. Er wurde ihnen entrissen und sie haben niemals aufgegeben, diesen Status einzufordern. Vollkommen zurecht. Dass sie als Minderheit im eigenen Land angesehen werden, dass ihr demokratisch verfasster eigener Staat nur als ‚besetztes Stück Land‘ angesehen wird, frustriert die Zyperntürken. Sie sehen, dass man einfach nicht willens ist, ihr Schicksal anzuerkennen. Sie werden mit Embargos belegt, weil Ankara 1974 nach einem Putsch der Junta in Athen den Zyperntürken beigesprungen ist. So stand es im Garantievertrag verankert. Sie werden mit Boykotts überzogen, weil sie nicht als Minderheit in einer griechischen Republik leben wollen, vor allem, weil sie diese Minderheit qua Vertrag nicht sind.“

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Gedenken an den Putsch 1974

Am 15. Juli 1974, heute vor genau 45 Jahren, putschte General Grivas‘ EOKA-b gegen die Regierung Makarios. Der Regierungschef der zyperngriechischen Verwaltung (die Inseltürken waren von ihm selbst bereits zehn Jahre zuvor aus den gemeinsamen staatlichen Einrichtungen verdrängt worden) floh nach London und warnte vor den Folgen des Putsches. Die Aufgabe des Putschistenpräsidenten Nikos Sampson war die Vorbereitung der Union zwischen Zypern und Griechenland. Es kam anfangs zu Spannungen zwischen dem Makarios-Lager und den Putschisten. Aber schon recht bald wurden auch die Türken Zyperns erneut Angriffen ausgesetzt. Die Lage wurde am Ende so bedrohlich, dass Ankara gemäß des Garantievertrags von 1960 militärisch eingriff

Erneute Hitzewelle auf Zypern

Auch Zypern wird derzeit von einer Hitzewelle erfasst. Im Landesinneren rund um die Inselhauptstadt Nikosia / Lefkosa wurden Temperaturen von 43 Grad Celsius gemessen. Dies ist auch für Zypern ungewöhlich heiß. Der staatliche Rundfunk BRT berichtete, dass die Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad im Landesinneren und etwas darunter an den Küsten noch einige Tage andauern wird.

Syrische Abwehrrakete auf Nordzypern niedergegangen

Eine Abwehrrakete aus Syrien sei versehentlich bei Taskent im Norden Zyperns niedergegangen. Die Rakete habe sich noch vor dem Aufprall selbst zerstört, so berichten Medien. Nach Berichten zyperntürkischer Medien sei bei dem Zwischenfall am 1. Juli niemand zu Schaden gekommen, da die Rakete außerhalb bewohnten Gebiets in den Bergen eingeschlagen. Die Absturzstelle wurde durch das türkische Militär untersucht. Es sei ein kleines Feuer entstanden. Die Rakete vom Typ S-200 sei von der syrischen Armee eventuell eingesetzt worden, um einen Angriff der israelischen Armee abzuwehren. Die für Zypern zuständige VN-Sondergesandte Sephar kontaktierte nach dem Vorfall TRNC-Staatspräsident Mustafa Akinci um den Zwischenfall zu besprechen. U.a. die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet ebenfalls von einem vermutlich syrischen „Irrläufer“, der nachts Nordzypern erreicht habe. Da die Abwehrraketen diesen Typs auch einen Sprengkopf mit sich führten, sei der laute Knall, den man auf Nordzypern wahrnehmen konnte, auch erklärlich. S-200 Raketen hätten eine Reichweite von rund 300 Kilometer.