Gespräche werden intensiviert

TRNC-Staatspräsident hat nach Angaben des staatlichen Rundfunksenders BRT mit dem US-amerikanischen Vize-Präsidenten Biden telefoniert um mit ihm über die Verhandlungen zu sprechen. Derzeit ist geplant, die Gespräche zwischen Nord und Süd nun zu intensivieren. So sind Ende August und Anfang September sieben direkte Gesprächsrunden zwischen den beiden Staatschefs anberaumt. Oft kam es in der Vergangenheit vor allem zu Gesprächen auf Arbeitsgruppenebene unter der Leitung der Unterhändler. Auf türkischzyprischer Seite hat Ex-Außenminister Özdil Nami (CTP) diese Funktion inne. Am Ende der Phase der intensivierten direkten Gespräche fliegen TRNC-Präsident Akinci und sein zyperngriechischer Amtskollege Anastasiadis nach New York um mit VN-Generalsekretär die Ergebnisse zu besprechen. Eine tragfähige Lösung soll bis Ende 2016 stehen.

Präsident Akinci in Ankara

TRNC-Staatspräsident Mustafa Akinci hat in Ankara seinen türkischen Amtskollegen Erdogan getroffen. Dabei bedankte sich der türkische Präsident bei Akinci für die Unterstützung, die Ankara nach dem gescheiterten Putschversuch auf Nordzypern erfahren habe. Hauptthema der Gespräche waren die Zypernverhandlungen. Akinci hob hervor, dass es Ziel der inseltürkischen Seite sei, eine tragfähige und dauerhafte Lösung im Rahmen der VN-Parameter zu finden. Erdogan seinerseits unterstrich, dass es oberstes Ziel der türkischen Zypernpolitik sei, die Gleichberechtigung der Zyperntürken zu erreichen. Diese Gleichbehandlung als zweites Staatsvolk ist bereits in den Verträgen von London und Zürich 1959/60 verbrieft worden. Damals wurde Zypern von Großbritannien unabhängig.

DISY-Vorsitzender: Keine Lösung bei Garantiemachtstellung

Der Vorsitzende der zyperngriechischen DISY, Neofito, hat eine Zustimmung zu einer Lösung der Zypernfrage ausgeschlossen, wenn das Abkommen irgendeine Garantiemachtstellung für die Türkei beinhaltet. Diese Garantieen für die Zyperntürken lehnen die Griechen strikt ab. Die türkische Militärintervention von 1974 basierte auf den Garantieverträgen von 1960. Diese hatte der damalige Präsident Makarios III. unilateral und daher unwirksam aufgekündigt. Für die Zyperntürken ist eine Garantiestellung Ankara Voraussetzung für ein Abkommen. Zudem sagte der DISY-Chef, dass die Region Güzelyurt (griech. Morphou) zwingend an die griechische Seite fallen müsse. Auch dies lehnt die Regierung der TRNC ab. Erst kürzlich betonte TRNC-Premier Özgürgün (UBP), dass die Region Güzelyurt Bestandteil Nordzyperns sei und dies auch nach einer Lösung so sein sollte.

Flug sorgt für Ärger

Um an einem internationalen Sportwettbewerb im türkischen Trabzon teilzunehmen, flog eine Gruppe zyperngriechischer Schüler von Zypern aus nach Athen und weiter nach Istanbul. Von dort wählten sie einen Flug mit „Pegasus Airlines“ nach Trabzon. Genau dies sorgte dann für Wirbel. Da aus Sicht der zyperngriechischen Regierung alle Airlines, die den Flughafen Ercan in Nordzypern anfliegen (also im Prinzip alle türkischen Airlines), boykottiert werden müssen, kam zu Verstimmungen zwischen dem Bildungs- und Außenministerium. Die Strecke Istanbul – Trabzon konnte also nur mit einer aus inselgriechischer Sicht zu boykottierenden Airline absolviert werden. Zyperns Süden hat den Flughafen Ercan zu einem illegalen Einreiseort erklärt. Dieser Flughafen wird jährlich von über drei Millionen Passagieren benutzt und macht damit den beiden Flughäfen im Süden (Larnaka und Paphos) Konkurrenz. TRNC-Repräsentant Piller zu dem Vorfall: „Der ‚Vorfall‘ zeigt, dass eine Annäherung zwischen beiden Seiten noch auf dünnem Eis steht. Wenn ein Flug mit einer anerkannten türkischen Fluglinie für Wirbel sorgt, zumal er nicht einmal von Nordzypern aus startete, dann befürchte ich, wird es lange dauern, bis eine echte Öffnung stattfindet. Ein Umdenken ist nicht erkennbar, vor allem wenn es im Süden Zyperns politische Parteien gibt, die den Flug der Studenten zum Anlass nehmen um strikt auf die Einhaltung des Boykotts zu pochen.“