Präsident und Premier: Griechische Seite entfernt sich von Lösung

TRNC-Staatspräsident Akinci und -Premierminister Özgürgün (UBP) haben bei einem gemeinsame Gespräch betont, dass die griechischzyprische Seite derzeit eher Schritte weg von einer Lösung unternehme als hin zu einer Einigung. Zu beobachten sei, so die beiden nach einer Unterredung, dass je näher die Wahlen im Süden Zyperns rückten, umso weniger klar zu erkennen sei der Wille zur Einigung. Zwar werde weiter verhandelt, aber die Vorzeichen für eine Einigung stünden derzeit nicht gut.

Außenminister in der Golfregion

TRNC-Außenminister Tahsin Ertugruloglu (UBP) ist zu Gesprächen in die Golf-Region gereist. In Katar kam er unter anderem mit dem Bildungsminister zusammen, um das türkischzyprische Bildungssystem vorzustellen. Die Universitäten Nordzyperns haben international einen guten Ruf und sind vor allem bei Studenten aus dem Nahen Osten und in Afrika sehr beliebt. Zudem besuchte Ertugruloglu das Sultanat Oman und traf in Saudiarabien mit OIC-Vertretern zusammen.

Kinderfest wird zum Politikum

Das jährlich am 23. April stattfindende Kinderfest in der Türkei, das auch auf Nordzypern gefeiert wird, wurde heuer zum Politikum. Das Fest hatte einst der türkische Republiksgründer Kemal Atatürk ins Leben gerufen. An den Feierlichkeiten auf Nordzypern sollten dieses Jahr auch Kindergruppen aus Serbien und Russland teilnehmen. Diese reisten über den Flughafen Larnaka im Süden Zyperns an. Dort hielt man sie auf und wies daraufhin, dass Nordzypern ein „besetzter Teil der Republik“ sei, dass die Einladung zu dem Fest von einer „illegalen Regierung“ erfolgt sei und die Republik im Süden „im Norden keinen diplomatischen Schutz“ gewähren konnte. In den Medien Nordzyperns hieß es, man habe vom Süden aus die Kindergruppen daran gehindert, in den Norden zu fahren. In den Medien Südzyperns wird behauptet, man habe dies nicht getan. Letztendlich reisten die Gruppen nicht nach Nordzypern. Präsident Akinci sprach von einer erneuten Vertrauenskrise. Die Regierung zeigte sich ebenfalls entsetzt, dass man Kindern, die an einem friedlichen Fest teilnehmen wollte, politisch motiviert Steine in den Weg werfe. Die Gespräche unter diesen Umständen aufleben zu lassen, erweise sich als zunehmend schwieriger, hieß es aus dem TRNC-Präsidialamt.

Nordzypern stimmt mit „Nein“

Auch auf Nordzypern gab es festlandstürkische Wahlberechtigte, die am gestrigen Referendum zur Verfassungsreform teilnehmen durften. Nach Angaben der Nachrichtenplattform „Haber Kibris“ votierten auf Nordzypern über 55 Prozent mit „Nein“, während etwas mehr als 44 Prozent für die Einführung eines Präsidialsystems waren.