Außenminister: Föderation keine Option mehr

Bei den anstehenden Gesprächen zwischen Nord- und Südzypern, den Garantiemächten Türkei und Griechenland, sowie den Vereinten Nationen (5+1 Gespräche) sei das Föderationsmodell für den Norden Zyperns und für Ankara keine Option mehr, erklärte TRNC-Außenminister Tahsin Ertugruloglu (UBP) nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen in Lefkosa. Dieses Modell, das seit den 1970er Jahren diskutiert wurde, habe zu keiner Lösung geführt, hieß es in der Presseerklärung des Ministers. Ertugruloglu sagte, der Norden Zyperns strebe eine Zweistaatenlösung an. Diese schreibe die Gleichberechtigung der beiden zyprischen Volksgruppen am besten fest.

Nordzypern beginnt mit „geschlossenem Tourismus“

Nordzypern wird ab Montag, 12. April, mit einem geschlossenen Tourismus die vorsichtige Wiederaufnahme der Urlaubsindustrie beginnen – und das trotz steigender Zahlen. Premierminister Saner (UBP) sagte, man habe die Lage soweit gut im Griff, dass dieser Schritt möglich sei. Die nächtlichen Ausgangssperren, sowie die Ausgangssperren, die am 11. April gelten, werden auch auf kommenden Sonntag ausgeweitet.
Der „geschlossene Tourismus“ bedeutet, dass Gäste ausschließlich über Agenturen ihre Reisen buchen können, dass diese auf drei Tage beschränkt bleiben und der Gast das Hotel auf keinen Fall verlassen darf. Der Aufenthalt ist ausschließlich auf den Hotelbereich beschränkt. Touristische Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Geschäfte können während eines solchen Aufenthalts nicht besucht werden. Der Aufenthalt im Hotel wird nicht nur vom Personal des Hotels überwacht, sondern wohl auch durch eine Art elektronisches Armbändchen. Wie es in der Presse heißt, wird nötigenfalls die Polizei eingeschaltet werden. Wer sich außerhalb dieses „geschlossenen Tourismus“ auf Nordzypern länger und frei aufhalten will, muss sich testen lassen und weiterhin für 10 Tage in Quarantäne.

Weitere kleine Schritte der Lockerung

Nordzypern geht weitere kleine Schritte der Lockerung. Zwar werden weiterhin täglich zwischen 20 und etwas über 40 Neuinfektionen gemeldet, dennoch hat die Regierung vorsichtige Öffnungsschritte bekannt gegeben. So dürfen nun die Grenzen zwischen allen einzelnen Regionen wieder frei passiert werden. Wer z.B. von der Hafenstadt Gazimagusa aus nach Lefkosa möchte, braucht keine Sondergenehmigung mehr. Auch der öffentliche Personenverkehr ist wieder zulässig. Allerdings gilt eine Obergrenze von 50 Prozent der Maximalauslastung. In Taxis (und auch Bussen und Minibussen) muss der Platz neben dem Fahrer freibleiben. Für die Zeit von Samstag 22 Uhr bis Montag 5 Uhr gilt weiterhin eine Ausgangssperre. Allerdings sollen ab dann langsam die Schulen wieder für den Präsenzunterricht öffnen. Geschlossen bleiben weiterhin Casinos und Kinos, Indoor-Spielplätze und andere derartige Einrichtungen. Restaurants dürfen zwischen 10 und 20 Uhr im Freien servieren.

Derzeitige Regelungen für Einreise und Tourismus

Die Medien auf Nordzypern berichten derzeit über die Wiederaufnahme des Tourismus ab Mitte April. Dabei soll es sich aber um ein sehr eingeschränktes Konzept handeln, das nach Medienberichten nur Kurzaufenthalte umfasst und auf Hotelaufenthalte beschränkt ist. Die Gäste werden ausschließlich in Hotels untergebracht, die mit Agenturen verbunden sind. Ein Verlassen des Hotels ist nicht möglich, so jedenfalls die Informationslage im Augenblick. Dies soll mit „Tracking-Armbändern“ überwacht werden. Zudem ist ein zweifacher Nachweis zu erbringen, dass man nicht Corona-positiv ist (Abreise und Einreise). Für Personen, die nicht an diesem „geschlossenen Tourismus“ teilnehmen wollen, gilt weiterhin die Quarantäneregelung: Wer aus Deutschland einreist, muss nach derzeitiger Rechtslage 10 Tage in staatlichen Quarantäneunterkünften zubringen. Am Ende dieser Zeit ist ein negativer PCR-Test Voraussetzung für die Bewegungsfreiheit im Land. Vor der Einreise ist ebenfalls ein negativer PCR-Test vorzulegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Die Kosten für die Quarantänezeit und den zweiten Test sind im Vorfeld zu begleichen und werden nicht von der öffentlichen Hand übernommen. Touristische Einrichtungen sind weiterhin weitgehend geschlossen. Restaurants dürfen nur im Außenbereich Essen anbieten. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre sowie ein „harter Lockdown“ an Wochenenden. Die Reisebewegungen zwischen den einzelnen Bezirken Nordzyperns wird teilweise kontrolliert.