Keine türkische Luftwaffenbasis auf Nordzypern

Entgegen dessen, was in den Medien derzeit diskutiert wird, plant die türkische Führung keine Luftwaffenbasis auf Nordzypern. Es war über eine solche Basis mehrfach spekuliert worden. Wie das inseltürkische Außenministerium in einer Aussendung mitteilte, hat der türkische Staatspräsident verlauten lassen, es werde keine Basis geben. Allerdings wolle Ankara auch nicht die Zahl der türkischen Soldaten auf Zypern verringern, so heißt es in der Mitteilung. Eine Luftwaffenbasis sei nicht nötig, weil die türkische Küste sehr nahe an Zypern liegt, so der türkische Staatschef.

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Griechischzyprische Musiker bekommen Schwierigkeiten wegen Konzertteilnahme

Mitglieder des zyperngriechischen staatlichen Orchesters bekommen laut Angaben der inselgriechischen Zeitung „Cyprus Mail“ massive Schwierigkeiten, dass sie in ihrer Freizeit am Musik-Festival in Bellapais im Norden der Insel teilnehmen wollen. Wie es heißt, wurde von einzelnen Abgeordneten gar ihr Ausschluss aus dem staatlichen Orchester gefordert. Eine EDEK-Abgeordnete veröffentlichte in den sozialen Netzwerken: „In der Abtei von Bellapais wo Zivilisten und Kriegsgefangene 1974 ermordet wurden organisiert der Pseudo-Staat Musik Festivals an welchen unglücklicherweise griechischzyprische Mitglieder des Symphony Orchesters teilnehmen… Welch Freude!“ Selbst die Zeitung bemerkte dabei den „sarkastischen Ton“. Der auf Facebook mehrfach geteilte Artikel der Zeitung „Cyprus Mail“ rief aber zahlreiche Kommentatoren auf den Plan, die das Verhalten der Abgeordneten missbilligten und den Musikern zusprachen, sich in ihrer Freizeit auch an kulturellen Veranstaltungen im Norden zu beteiligen. Aus Sicht Südzyperns ist der Norden lediglich ein „besetztes Gebiet“ ihres eigenen Staatsterritoriums. Südzypern boykottiert den Norden in allen Bereichen: wirtschaftlich, infrastrukurell, sportlich und kulturell.

Außenminister von Frankreich und den Niederlanden treffen keine zyperntürkischen Vertreter

Nach Berichten zyperntürkischer Medien hat es zu größerer Verärgerung bei der zyperntürkischen Regierung geführt, dass die Außenminister Frankreichs und der Niederlande – die in der vergangenen Woche nach einander Zypern besucht hatten – keine inseltürkischen Vertreter aufgesucht hatten. Die griechischzyprische Seite, so die Berichte im Norden, drängten ausländische Staatsgäste oft dazu, keine Besuche im Norden abzustatten. Der Norden gilt im Inselsüden als „von der Türkei okkupiertes Gebiet der Republik Zypern“. Die Behörden im Süden geben vor, dass ein Zusammenkommen mit politischen Vertretern im Norden, im Süden als Affront betrachtet würde. Sie bezeichnen sowohl die Wahlen zum Parlament als auch die politischen Ämter im Norden als „illegal“ oder „selbst ernannt“. Oftmals widersetzen sich politische Vertreter anderer Staaten diesem Wunsch und treffen dennoch mit den politischen Amtsträgern im Norden zusammen – allen voran dem Staatspräsidenten. Diesmal aber war das Ansinnen erfolgreich und die beiden Außenminister brüskierten die Politiker in Nordzypern. TRNC-Repräsentant Piller sagte in diesem Zusammenhang: „Es ist schwierig für den Norden, Vertrauen in die Institutionen der EU zu gewinnen, wenn hochrangige Vertreter von EU-Staaten den Norden ignorieren und den demokratisch gewählten Repräsentanten der Zyperntürken keine Chance geben, ihre Sicht auf die Zypernfrage zu erklären.“

Wirtschaftskrise führt zu Protesten

Die Krise der türkischen Lira führte auf Nordzypern zu massiven Protesten. In den vergangenen Tagen brachten vor allem Landwirte und Viehzüchter ihren Unmut über die massiven Preissteigerungen zum Ausdruck. Vor dem Landwirtschaftsministerium in Lefkosa kam es zu Protesten, die dazu führten, dass die Polizei das Eindringen in das Ministerium verhindern mussten. Der Minister sagte, er sei sich der misslichen Lage der Bauern und Viehzüchter bewusst, die Preissteigerungen würden durch geeignete Maßnahmen abgefedert. Der Kursverfall der türkischen Lira und die Inflation betreffen auch den Norden Zyperns. Oppositionspolitiker Özgürgün (UBP) sagte, man dürfe dieses Problem nun aber nicht dazu nutzen, die Nation zu spalten und den Kursverfall zu nutzen, um eine Kerbe zwischen Nordzypern und die Türkei zu schlagen.