Außenminister kritisiert griechischzyprische Schule

Nach Berichten der inseltürkischen Medien hat TRNC-Außenminister Kudret Özerday (HP) eine zyperngriechische Schule scharf kritisiert. Die Schule im Distrikt Limassol habe einen steinernen Fußboden wieder entfernen lassen, als bekannt wurde, dass das Baumaterial dazu aus dem Norden Zyperns stamme. Der Außenminister sagte, dass die Baumaterialien regulär über die so genannte „Green Line Regulation“ in den Norden gelangt seien. Dies ermögliche den Zyperntürken ein wenig Export in andere EU-Staaten und sei im Rahmen der Bestimmungen auch für den griechischen Süden völlig legal. Erst als Kritik am Vorgehen der Schule laut wurde, sei eine andere, aber wenig glaubhafte Begründung nachgeschoben worden, so Minister Özersay. (BRT)

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Erhüman: Grenzübergänge öffnen

TRNC-Premierminister Erhüman (CTP) hat erklärt, dass die beiden neuen Grenzübergange Aplic und Derinya alsbald geöffnet werden könnten. Wie zuvor auch TRNC-Staatspräsident Akinci erläuterte, könnten beide innerzyprischen Grenzübergänge gleichzeitig und zeitnah eröffnet werden. Erhüman sagte, dazu sei es notwendig, dass „die griechische Seite ihre Hausaufgaben mache“. Welche genauen Vorbedingungen er damit meinte, wird im Bericht des staatlichen Rundfunks BRT nicht weiter ausgeführt. Seit der Öffnung der innerzyprischen Grenze im Jahr 2003 wurden mehrere Grenzübergänge eröffnet. Nahe der Hauptstadt Lefkosa gibt es einen großen Übergang für PKW (Metehan), in der Altstadt zwei Fußgängerübergänge (Lokmaci und Ledra Palace).

„EU betrachtet nur eine Seite“

TRNC-Repräsentant Uli Piller hat sich zu den Vorwürfen der EU geäußert, Ankara würde das Recht der Republik Zypern auf Ausbeutung seiner natürlichen Erdgasvorkommen behindern. Der Vertreter der Inseltürken stellt in einer Stellungnahme fest: „Richtig ist, dass beide Volksgruppen gleichermaßen Anrecht haben, die Erdgasvorkommen auszubeuten. Die Zyperntürken können aber aufgrund der einseitigen Boykotts von diesem Recht nicht ausreichend Gebrauch machen. Die EU verkennt, dass sie mit der Aufnahme nur des Inselsüdens in die Gemeinschaft 2004 eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Inseltürken eingegangen sind. So werden bis heute die Vertreter der Zyperntürken im EU-Parlament nicht frei gewählt, sondern von griechischer Seite besetzt. Die Zyperntürken wollen verhindern, dass die Erdgasverkommen ohne ihre Beteiligung ausgebeutet werden. Selbst die VN erkennt deren Anspruch an. Die einseitige Informationslage macht es den Griechen im Süden der Insel aber einfach, darzustellen, dass sie in ihren Rechten beschnitten werden. Dies mag dann der Fall sein, wenn man der Auffassung folgt, dass Zypern 1974 geteilt wurde, weil Ankara eine ‚Invasion‘ gestartet habe. Dies verkennt die verfassungsgemäße Ordnung von 1960 und den dazu gehörenden Garantievertrag. Zudem wird außer Acht gelassen, dass die VN-Friedenstruppen seit 1964 auf Zypern sind und die administrative Teilung Zyperns bereits zu diesem Zeitpunkt vollzogen wurde – auf dem Rücken des zweiten Staatsvolks, den Zyperntürken. Die EU handelt weiterhin als Erfüllungsgehilfin eines ihrer Mitgliedsländer, obgleich im Grunde auch der Norden ein Teil der Gemeinschaft ist.“

Regierung will Zyperntürken „nach Hause“ locken

Die neue Regierung Nordzyperns möchte durch Programme Anreize schaffen, dass im Ausland lebende Zyperntürken auf die Insel zurückkehren um dort zu leben. Dies betonte TRNC-Außenminister Kudret Özersay (HP) bei der Budget-Debatte im inseltürkischen Parlament. Zahlreiche Menschen mit türkischzyprischen Wurzeln leben im Ausland, die meisten in Großbritannien, der ehemaligen Kolonialmacht. Aber auch in Australien gibt es eine zyperntürkische „Community“. Die genauen Zahlen wurden in der türkischzyprischen Presse aber nicht genannt.