Eröffnung des neuen Istanbuler Großflughafens

Am 29.10.2018 wurde der neue türkische Istanbuler Großflughafen im Norden der Stadt feierlich eröffnet. An der Zeremonie nahm aus Nordzypern auch Staatschef Akinci teil. In den Medien wurde im Rahmen der Eröffnung viel über die ersten Flüge berichtet. Der erste Inlandsflug war ein Turkish Airlines Flug nach Ankara, der erste Auslandsflug fand am 1. November nach Nordzypern statt. Flüge von und nach Ercan finden nun auch zum neuen Flughafen Istanbul statt. Allerdings nur, wenn diese vorher extra so gebucht wurden. Alle anderen Flüge werden bis zum vollständigen Umzug von Istanbul Atatürk zum neuen Airport weiterhin über den alten Flughafen abgewickelt. Transitpassagiere aus Nordzypern müssen also nicht umsteigen und die Flughäfen wechseln. Der vollständige Umzug findet Ende Dezember statt.

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Türkischer Außenminister: Noch ein Scheitern ist nicht vorstellbar

Der türkische Außenminister Cavusoglu erklärte, dass aus türkischer Sicht ein weiteres Scheitern bei Zyperngesprächen nicht vorstellbar sei. Er erklärte zudem, dass die beiden Partner, die einst die Republik Zypern gegründet hatten, auch gemeinsam an der Ausbeutung natürlicher Ressourcen beteiligt sein müssten. TRNC-Energieminister Özdil Nami (CTP) betonte, man wolle zudem auf dem Energiesektor noch enger mit Ankara kooperieren. Derzeit gibt es immer wieder Spannungen rund um die Insel, weil der Inselsüden die vor Zypern vermuteten Erdgasvorräte ohne türkischzyprische Beteiligung ausbeuten möchte. Ankara unterstützt den Inselnorden hier und führt selbst Bohrungen durch. Außenminister Özersay (HP) erklärte, die türkischzyprische Seite, versuche die Situation nicht zu befeuern, sondern zu beruhigen, müsse aber auf ihrem Recht der Gleichbehandlung bestehen. Zudem dürfe es keine weiteren Verhandlungen geben, die ein Weiterso bedeuten würden, da dies eine Art Teufelskreislauf zur Folge hätte.

Premier: Gleichberechtigung ist „rote Linie“

TRNC-Premierminister Tufan Erhüman (CTP) machte deutlich, dass es nicht darauf ankomme, ob ein geeintes Zypern eines starke oder schwache Zentralregierung habe. Wichtig, so zitiert der Mitteilungsdienst des inseltürkischen Außenministeriums den Ministerpräsidenten, sei die politische Gleichberechtigung beider Partner. Diese sei eine „rote Linie“ für die Zyperntürken. Nur eine dauerhafte und stabile Lösung auf der Basis von Gleichberechtigung schaffe auch den Rahmen für wirtschaftliche Stabilität, so Erhüman. Der Premier forderte den inselgriechischen Präsidenten Anastasiadis auf, seiner Volksgruppe auch klar zu machen, dass an der politischen Gleichberechtigung für die Zyperntürken kein Weg vorbeiführe. Bereits die Verträge von London und Zürich aus den Jahren 1959 und 60, die die Grundlage der Verfassung der Republik Zypern bildeten, wird von der politischen und gesellschaftlichen Gleichberechtigung der beiden Volksgruppen ausgegangen. Seit der Anerkennung der Republik Zypern als Alleinrepräsentantin der gesamten Insel ist dieses Recht im Grunde ausgesetzt.

Treffen beider Präsidenten möglich

Laut Berichten des inseltürkischen staatlichen Rundfunks BRT sehe der inselgriechische Staatspräsident Anastasiadis die Möglichkeit, dass noch im Oktober ein Zusammentreffen mit seinem inseltürkischen Konterpart Akinci stattfinden könne. Das Treffen diene dazu im Nachgang zu den jeweiligen Gesprächen mit ranghohen Vertretern der Vereinten Nationen – unter anderem mit dem Generalsekretär und der Sondergesandten für Zypern – Standpunkte auszutauschen.