Nordzypern gedenkt den Ereignissen des Sommers 1974

Vor 47 Jahren kam es auf Zypern zu massiven Auseinandersetzungen, die schlussendlich zur geographischen Zweiteilung der Insel führten. Am 15. Juli putschte eine Gruppierung namens EOKA-B mit Unterstützung der Athener Junta gegen den Präsidenten Zyperns, Makarios III. Dieser entkam und floh nach London. Putschistenpräsident Sampson bereitete den Anschluss Zyperns an Griechenland vor und es begann eine massive Bedrohung der türkischzyprischen Bevölkerung. Selbst Makarios erklärte, die türkischen Zyprer seien in größter Gefahr. Am 20. Juli 1974 landete das türkische Militär an der Nordküste Zyperns und griff in den Konflikt ein. Dies führte dazu, dass die politisch wie administrativ bereits seit den 1960er Jahren geteilte Insel auch geographisch zweigeteilt wurde. Der heutige Status Quo ist das Ergebnis der damaligen Ereignisse. Während die Zyperngriechen mit dem Verständnis, die Inselrepublik als Mehrheitsvolk zu regieren, dies als „Okkupation Nordzyperns durch türkische Truppen“ bezeichnen, nennt man es im Norden „Friedensoperation“. Tatsächlich hat der Sommer 1974 für viele Menschen Leid und Schmerz bedeutet, gleichzeitig aber auch das Blutvergießen beendet. Zum Verständnis der Genese des Konflikts bedarf es aber einer weitreichenderen Analyse als nur die Betrachtung des Krisensommers 1974. Dieses Jahr fällt der Gedenktag zudem auf den Beginn des islamischen Opferfests. Dennoch ist aufgrund der Corona-Pandemie mit deutlichen Einschränkungen bei den Feierlichkeiten zu rechnen. Als Höhepunkt wurde eine Rede des türkischen Staatspräsidenten Erdogan vor dem Parlament gewertet, die allerdings von den Oppositionsparteien CTP und TDP boykottiert wurde.