Erinnerungen an Weihnachten 1963

Vor nunmehr 55 Jahren erlebte Zypern sein vermutlich traurigstes Weihnachten. Nur drei Jahre nach Gründung der Partnerschaftsrepublik im Jahr 1960 ließ der damalige Staatschef Makarios III. die Verfassung Zyperns ändern. Dies machte die türkischen Zyprer zu politischen Statisten im eigenen Land. Zudem verfolgte die inselgriechische Führung einen Geheimplan (den so genannten Akritas-Plan), mit dem sie die Macht auf der Insel gänzlich für sich gewinnen wollte. An Weihnachten 1963 kam es zu Auseinandersetzungen und Toten, als eine Gruppe illegaler Polizeiverbände Zyperntürken kontrollieren wollten und die Männer es unterbinden wollten, dass ihre Frauen Leibesvisitationen unterzogen werden sollten. Es kam zu Demonstrationen und es folgten Vertreibungen von Türken aus ihren angstammten Dörfern. Zahlreiche Inseltürken wurde in den bürgerkriegsähnlichen Wirren verletzt und getötet. Im März 1964 begann dann die VN-Friedensmission Unficyp, die bis heute fortdauert. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war Zypern faktisch administrativ zweigeteilt. Makarios III. belegte die türkischzyprischen Enlaven mit Boykotten und schnitt sie teilweise von der Außenwelt ab. Auf Nordzypern erinnert man in diesen Tagen in den Medien und bei zahlreichen Veranstaltungen an dieses dunkle Kapitel zyprischer Geschichte.

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