Zypernfrage: neuer Anlauf fraglich

Während die größte Regierungspartei, die sozialdemokratische CTP Staatspräsident Akinci ermuntert, die Verhandlungen mit der inselgriechischen Seite rasch wieder aufzunehmen, warnte der Koalitionspartner, die liberale HP davor, dass die griechische Seite ihre Einstellung ändern müsse. Sonst, so heißt es im staatlichen Rundfunk BRT, werde es keine Fortschritte geben. Auch Oppositions-Chef UBP-Chef Özgürgün kritisierte, dass der Status Quo nicht dauerhaft fortgeführt werden könne. Allerdings dürfe ein Verhandlungsprozess nicht ohne zeitlichen Rahmen stattfinden. Man erkenne derzeit keine Veränderung der Einstellung auf zyperngriechischer Seite, so Özgürgün. Dies habe auch Präsident Akinci so erklärt, betonte der Oppositionspolitiker. Seit dem Ende der Verhandlungen gab es keine Fortsetzung des Annäherungsprozesses mehr. Die zyperntürkische Seite könne nicht auf türkische Garantien verzichten und werde auch nicht hinter die Stellung des gleichberechtigten Partners zurückfallen, betonten zyperntürkische Politiker immer wieder. Die Republik Zypern, die 1960 ins Leben gerufen war, sah Griechen wie Türken als Partner auf Augenhöhe. Heute wird die Regierung im Süden als „Regierung Zyperns“ mit Alleinvertretungsanspruch anerkannt.

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