„EU betrachtet nur eine Seite“

TRNC-Repräsentant Uli Piller hat sich zu den Vorwürfen der EU geäußert, Ankara würde das Recht der Republik Zypern auf Ausbeutung seiner natürlichen Erdgasvorkommen behindern. Der Vertreter der Inseltürken stellt in einer Stellungnahme fest: „Richtig ist, dass beide Volksgruppen gleichermaßen Anrecht haben, die Erdgasvorkommen auszubeuten. Die Zyperntürken können aber aufgrund der einseitigen Boykotts von diesem Recht nicht ausreichend Gebrauch machen. Die EU verkennt, dass sie mit der Aufnahme nur des Inselsüdens in die Gemeinschaft 2004 eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Inseltürken eingegangen sind. So werden bis heute die Vertreter der Zyperntürken im EU-Parlament nicht frei gewählt, sondern von griechischer Seite besetzt. Die Zyperntürken wollen verhindern, dass die Erdgasverkommen ohne ihre Beteiligung ausgebeutet werden. Selbst die VN erkennt deren Anspruch an. Die einseitige Informationslage macht es den Griechen im Süden der Insel aber einfach, darzustellen, dass sie in ihren Rechten beschnitten werden. Dies mag dann der Fall sein, wenn man der Auffassung folgt, dass Zypern 1974 geteilt wurde, weil Ankara eine ‚Invasion‘ gestartet habe. Dies verkennt die verfassungsgemäße Ordnung von 1960 und den dazu gehörenden Garantievertrag. Zudem wird außer Acht gelassen, dass die VN-Friedenstruppen seit 1964 auf Zypern sind und die administrative Teilung Zyperns bereits zu diesem Zeitpunkt vollzogen wurde – auf dem Rücken des zweiten Staatsvolks, den Zyperntürken. Die EU handelt weiterhin als Erfüllungsgehilfin eines ihrer Mitgliedsländer, obgleich im Grunde auch der Norden ein Teil der Gemeinschaft ist.“

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