Außenminister: Verhandlungsprozess basiert nicht auf Gleichberechtigung

TRNC-Außenminister Tahsin Ertugruloglu (UBP) sprach in einem Interview davon, dass der Verhandlungsprozess nicht auf Gleichberechtigung der beiden Partner basiere. Er erklärte, dass die Zyperngriechen 2004 den Annan-Plan abgelehnt hatten. Auch heute, so Ertugruloglu, würden die Zyperngriechen keine Einigung unter Einhaltung der partnerschaftlichen Gleichberechtigung wollen. Da sie aber wüssten, dass eine erneute Ablehnung eines ausverhandelten Abkommens in einem Referendum, nicht positiv aufgefasst würde, spielte die griechischzyprische Seite auf Zeit. Zudem machte der Minister deutlich, dass die internationale Staatengemeinschaft noch immer das Bild des besetzten Nordens male und die Sichtweise auf den Zypernkonflikt nicht richtig diagnostiziert würde. Da sei die Regierung Zyperns im Süden, die die gesamte Insel vertrete. Und im Norden lebten die Türken, die auf einem Territorium angesiedelt seien, das Teil der Republik Zypern sei und von Ankara widerrechtlich besetzt würde. Zudem würden die Inseltürken weiterhin als Minderheit betrachtet, der man politisch auch nur Minderheitenrechte zubilligen wolle. Ertugruloglu forderte eine Beschleunigung des Verhandlungsprozesses durch den Einbezug der drei Garantiemächte Griechenland, Türkei und Großbritannien. In den Verträgen von London und Zürich, die der Unabhängigkeit Zyperns vorausgingen, wurde die politische Gleichbehandlung der beiden Volksgruppen ausgehandelt. Die Republik wurde einst als Partnerschaftsmodell ausgerufen. Mit der Auflösung zentraler Elemente und dem drastischen Beschnitt der inseltürkischen Selbstbestimmungsrechte durch die zyperngriechische Führung 1964/64 wurde diesem Modell ein Ende gesetzt. Dies ist aus Sicht der Zyperntürken der Beginn des Zypernkonflikts. Für Südzypern beginnt die Krise aber mit der geographischen Zweiteilung 1974 nach der türkischen Militärintervention.

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