40 Jahre nach dem Putsch

Von TRNC-Repräsentant Uli Piller

Am 15. Juli 1974 putschte die griechische Junta zusammen mit der inselgriechischen Separatistenorganisation EOKA-B gegen den zyprischen Staatspräsidenten Makarios III. Dieser hatte das nationale Ziel der Vereinigung Zyperns mit dem griechischen Festland aufgeschoben und in der Zwischenzeit Gefallen an der Rolle des Staatspräsidenten eines souveränen Zypern gefunden. Zyperns Türken wurden von den Nationalisten lediglich als störende Minderheit auf einer griechischen Insel gesehen. Ihre politische Gleichberechtigung büßte die laut Verfassung gleichgestellte türkische Volksgruppe bereits 1963-64 ein. Damals hatte Makarios die Verfassung so geändert, dass die türkischen Zyprer nur mehr politische Minderheitenrechte besaßen. Es kam zu massiven Angriffen auf die türkische Volksgruppe. Die VN entsandten eine Blauhelm-Friedenstruppe um die beiden Volksgruppen zu trennen. Zehn Jahre später hatte sich wenig verändert. Nun aber war Makarios selbst Opfer eines Angriffs. Er floh nach London und wetterte dort gegen den als Marionette der griechischen Junta installierten Übergangspräsidenten Nicos Sampson. Dieser aktive EOKA-Terrorist hatte sich in 1950er und 60er Jahren gebrüstet, ein anti-türkischer Hardliner zu sein. Man nannte ihn auch „den Schlächter von Omorphita“. Die Sicherheit der türkischen Zyprer war nach dem Putsch massiv bedroht – dies erklärte Makarios III aus dem britischen Exil. Vorerst aber bekämpften sich in den ersten Stunden nach dem Putsch am 15. Juli 1974 die Zyperngriechen untereinander. Makarios-Treue lieferten sich Gefechte mit Putschisten. Die türkische Volksgruppe auf Zypern hielt inne und beobachtete die Situation vorsichtig. Die beiden Volksgruppenführer Fazil Kücük und Rauf Denktas mahnten einerseits zur Ruhe, baten andererseits aber Ankara um Unterstützung. Die türkischen Zyprer, die bereits seit einem Jahrzehnt in selbstverwalteten Enklaven und Ghettos lebten, verstärkten ihren militärischen Schutz rund um die Siedlungsgebiete.   

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